Black Wings

Leben
Nicole Oirer / 28.02.2019
Eishockeyhalle

Eishockey, oder präziser gesagt die Black Wings in Linz, sind ein großer Teil meiner Interessen. Mit etwa sieben oder acht war ich das erste Mal bei einem Live-Spiel, daraufhin war ich sechs oder sieben Jahre regelmäßig in der Halle. Inzwischen bin ich zwar nicht mehr wirklich bei den Spielen, dennoch verfolge ich Spiele, Ergebnisse und ähnliches immer noch. Zum letzten Mal war ich vor etwa einem Jahr in der Halle, um hinter die Kulissen der Pressearbeit dort zu blicken und dabei wurde mir versprochen, dass ich einmal Spieler interviewen dürfte. Leider wurde aufgrund von Play-Off-Stress daraus im letzten Jahr nichts mehr. Heuer habe ich es noch einmal probiert und das Mit Erfolg. So hatte ich in den Semesterferien die Chance, mit den Black Wings Cracks zu sprechen.

Mittwoch, 20. Februar 2019, 9 Uhr 30 morgens, Vormittagstraining der Black Wings.
Ich stehe seit langer Zeit wieder einmal in der Eishalle und werde gleich meine Interviewpartner treffen. Dazu habe ich mir vier Spieler ausgesucht: Daniel Woger, Brian Lebler, Andreas Kristler und David Kickert. Da es den Umfang des Artikels sprengen würde, alle vier Interviews zu verschriftlichen, folgen hier von allen nur Ausschnitte.

Daniel Woger

Daniel ist erst seit der Saison 2018/19 in Linz. Von ihm lasse ich mir erklären wie so ein Wechsel überhaupt zustande kommt. Auch will ich von ihm seinen Plan B wissen, wäre der Eishockey-Sport für ihn nichts geworden. Seine Antwort überrascht mich, denn dass er derzeit ein Fernstudium für Wirtschaft macht, hätte ich beim besten Willen nicht gedacht. Dennoch, die Spieler wissen alle, dass es im Sport nur allzu schnell vorbei sein kann und dass ein Plan B immer nützlich ist. Da er ein Jahr auch in Amerika gespielt hat, will ich von ihm die Unterschiede beim Eishockey zwischen diesen beiden Ländern wissen. Obwohl ihm der Vergleich zuerst schwerfällt, da er in Amerika beim Nachwuchs gespielt hat und jetzt in Österreich ein Profi ist, erklärt er mir doch dann die größten Unterschiede. Diese fallen nämlich vor allem bei den Regeln auf, zum Beispiel in der Größe des Spielfeldes.

Brian Lebler

Brian ist zwar in Österreich geboren, aber bereits sehr bald mit seinen Eltern zurück nach Kanada gezogen. Vor ein paar Jahren zog es ihn dann aber doch zurück nach Österreich. Da ich weiß, dass er ein bisschen Deutsch spricht, frage ich scherzhaft nach: „First things first: German or English?“, in der Hoffnung, dass er mit Deutsch antwortet. Tut er aber nicht. Gut, dann also die Fragen spontan übersetzen. Die Rückennummer 7 im Team ist seit heuer Kapitän, daher frage ich hier nach, wie das sein Spiel- und Trainingsverhalten beeinflusst. „Beeinflusst wird das davon eher weniger. Zumindest nicht vom Coach. Nur ich selbst denke jetzt immer öfter‚ Okay, du bist jetzt Kapitän, du darfst keine Fehler machen.“, antwortet er mir auf meine Frage. Nachdem ich ihm noch seine Erwartungen an die heurige WM entlockt habe, kann ich es nicht lassen, noch einem Gerücht auf den Grund zu gehen. Ich frage nach, ob es denn stimmt, dass er schon ein Haus in Linz sucht. Nach einem raschen Grinsen bekomme ich als Antwort nur ein „Gerüchte gibt es immer. Dass es mir in Linz allerdings sehr gut gefällt, kann ich nicht abstreiten.“ Um ehrlich zu sein, ist das für mich schon Antwort genug.

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Andreas Kristler

Als Andreas meinen Stichwortzettel liegen sieht, kann er es scheinbar nicht unterlassen, mit einem Grinser im Gesicht zu bemerken, dass hier jemand anscheinend seine Hausübung brav gemacht hat. „Natürlich, eine gute Interviewerin ist immer vorbereitet!“, antworte ich schlagfertig, bevor ich beginne, auch ihm meine Fragen zu stellen. Andreas hat bereits mit 16 Jahren in der Kampfmannschaft bei Villach gespielt, daher will ich wissen, wie es einen als jungen Spieler beeinflusst, schon so früh vor einem großen Publikum zu spielen. Er erklärt mir daraufhin, dass ihn die Spiele schon beeinflusst haben, aber es für ihn als jungen Spieler viel wichtiger war, das Training mit der Kampfmannschaft zu absolvieren. „Man bekommt von den älteren auch so viele Tipps, das ist viel wichtiger, als vor Publikum zu spielen.“, erklärt er mir, was für mich durchwegs nachvollziehbar ist. Eishockey ist klassischerweise ein Wintersport, daher interessiert es mich auch, wie ein Spieler die Sommermonate verbringt. Die Antwort darauf ist zwar aufschlussreich, wenn auch etwas vorhersehbar. Natürlich machen auch Eishockeyspieler Urlaub, allerdings darf auch in den Sommermonaten das Training und der Sport generell nicht vernachlässigt werden, da die Spieler logischerweise für die nächste Situation wieder fit sein müssen.

David Kickert

David als Goalie beginnt die Trainingsvorbereitung etwas früher, weil seine Ausrüstung komplizierter anzuziehen ist, weshalb ich ihn leider nicht persönlich zum Interview treffen konnte, allerdings war er so freundlich, mir meine Fragen per Mail zu beantworten.
Von ihm wollte ich wissen, ob die Position im Tor in einem so rasanten Sport wie Eishockey nicht sehr gefährlich ist. (Für alle Uninformierten, diese Plastikscheibe, auch Puck genannt ist nicht nur verdammt schnell, sondern auch um einiges schwerer als man denkt.) Allerdings verneint David diese Frage, mit der Begründung, dass die Tormänner ja auch dementsprechend geschützt sind. Dennoch gibt er zu, dass aufgrund des vielen Drucks zum Tor hin die Goalies oft angerempelt werden und sich dadurch Gehirnerschütterungen häufen. David spielt, wie die drei anderen auch, im Nationalteam, daher frage ich ihn nach den Unterschieden eines „normalen“ Trainings bei Linz und einem im Nationalteam. Der gravierendste ist wohl, dass die Nationalteamspieler nicht eine ganze Saison in einem Team spielen, sondern nur für ein Turnier. Daher ist das Training um einiges intensiver und verlangt auch mehr Eiszeit von den Spielern, insbesondere von den Tormännern.

Die Black Wings haben eine schwere Saison hinter sich, mussten mitten in der Saison den Trainer wechseln und befinden sich derzeit in der Tabelle so weit unten wie lange nicht mehr. Deshalb will ich von allen vier Spielern abschließend wissen, was diese Saison noch möglich ist. Einig sind sich alle: „Möglich ist noch viel. Momentan wollen wir es aus der Qualifikationsrunde in die Play-Offs schaffen. Dort werden die Karten sowieso neu gemischt.“

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Jugendportal.at wurde zuletzt am 26.03.2019 bearbeitet.

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