Deine Fotos gehören dir nicht allein

Wissen
Lara Ritter / 28.06.2018
Mädchen Handy

Die EU-Datenschutzverordnung ist letzten Monat in Kraft getreten: ein guter Anlass, um Instagram’s Nutzungsbedingungen zu lesen, anstatt sie wie üblich zu ignorieren. Was sich darin versteckt und was Instagram mit unseren Beiträgen machen kann.

Es gibt kaum Leute, die in letzter Zeit nicht von Mails diverser Firmen überhäuft worden sind, von denen sie meinen noch nie etwas gehört zu haben. Das, und, dass man bei Instagram und Co. nach einer langen Wortwurst unter der Überschrift „EU-Datenschutzverordnung“ auf „Ok“ drücken musste, ist das Meiste, das Viele von den neuen Datenschutzregelungen der EU mitbekommen haben.

Datenschutz: ein Wort, das gerne verwendet und selten angewendet wird. Es erinnert ein wenig an gesundes Essen: es ist wichtig, man sollte es tun, doch man lässt es meist sein.

Die Alternative weniger Süßes zu essen fällt schwer. Der Verzicht auf das Digital Life wiederum scheint als Generation, die mit der digitalen Entwicklung mitgewachsen ist, unmöglich. Die Rückkehr zu SMS wie ein Schritt zurück in die Steinzeit. Wenn man jedoch in den Nachrichten sieht, dass Facebook stapelweise Seiten an Infos über viele seiner NutzerInnen hat, fühlt man sich dann aber dezent gestalkt. So, als hätte unser Leben sich in die Big Brother Show verwandelt. Und wer sich jetzt denkt „ich bin aber eh nicht auf Facebook“, der ist wahrscheinlich auf Instagram oder hat wenigstens Whatsapp. Ja, die hat Facebook aufgekauft, als Töchter adoptiert. Der Apfel fällt bekanntlich innerhalb der Familie nicht weit von Stamm und wie bei Facebook schaut es bei Instagram und Whatsapp mit dem Datenschutz nicht besser aus.

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Instagram z.B. kann unsere Beiträge an fremde Unternehmen verkaufen. Wenn du also von der italienischen Riviera aus ein Foto postest, könnte es am nächsten Tag als Großplakat in London hängen. Zugegebenermaßen sehr unwahrscheinlich, aber theoretisch möglich. Instagram ist jedenfalls nicht gratis: wir bezahlen mit unseren Beiträgen und unseren Daten. Die Daten werden unter anderem genutzt, damit Instagram uns personalisierte Werbung ausspielen kann.

Als ich letztens einen Artikel übers Bundesheer geschrieben habe, ist auf meinem Feed eine Werbung erschienen, die mich dafür begeistern sollte, Soldatin zu werden. Auch wenn mich das nicht überzeugen konnte: mir wurde wieder einmal bewusst, wieviel Instagram über mich weiß. Wer wissen will, was Instagram alles über Einen zusammengetragen hat, kann sich unter der Einstellung „Privatsphäre und Sicherheit“ all seine Konteninformationen zusenden lassen. Da stößt man dann unter anderem auf Kommentare aus seinen frühen Instagramzeiten, die man schon längst wieder verdrängt hatte.

Am Tag des Inkrafttretens der EU-Datenschutzverordnung musste jede/r der/die Instagram und Co. nutzt, den neuen Nutzungsbedingungen und Datenrichtlinien zustimmen. Geändert hat sich kaum etwas: wer auf den Netzwerken bleiben will, dessen Daten werden weiterhin genutzt. Die österreichische Datenschutz-NGO „noyb“ hat deswegen in 4 EU Ländern Beschwerde gegen Facebook, Google, Whatsapp und Instagram eingebracht. Denn in der Datenschutzverordnung steht, dass der Zugang zu Dienstleistungen nicht von einer Zustimmung zur Datennutzung abhängig gemacht werden darf. Werden die Unternehmen schuldig gesprochen, drohen ihnen Strafen in Milliardenhöhe. Das ist auch gut so, denn unsere Daten sind schützenswert. (Schließlich soll nicht jeder wissen, ob man 2012 Britney Spears Fan war.)

 

 

 

 

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Jugendportal.at wurde zuletzt am 24.04.2019 bearbeitet.

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