Ist wirklich jeder seines Glückes Schmied?

Leben
Alina Kleinbichler / 30.10.2018
Kleeblätter

Ein Wort, das vermutlich gar nicht allgemein definierbar ist, trotzdem ist es jeder und jedem von uns ein Begriff. Etwas, das sich alle wünschen: glücklich zu sein. Wann jedoch weiß man, dass man glücklich ist? Und wann kann man tatsächlich von Glück sprechen?

Selbstverständlich gibt es Definitionen des Begriffs, wie etwa jene des Dudens, welche meint, Glück ist „das Zusammentreffen besonders günstiger Umstände“. Was allerdings sind sogenannte besonders günstige Umstände? Offensichtlich differenzieren sich diese von Person zu Person und somit wird Glück zu etwas sehr Individuellem. Was für die eine/den einen Glück bedeuten mag, heißt nicht automatisch, dass dies für eine andere/einen anderen genauso gilt. Beispielsweise wird sich eine Notstandsbezieherin/ein Notstandsbezieher viel mehr über einen 10.000 Euro-Gewinn freuen, als eine Millionärin/ein Millionär. Nicht, dass es Letztere unglücklich stimmen würde, allerdings ist diese Gewinnsumme für jene Menschen ein Hundertstel ihres Vermögens, während es für Erwerbslose beinahe ein Jahresgehalt darstellt.

Bei einer kleinen Befragung in meinem Freundeskreis stellte sich ebenso heraus, dass jede/n andere Begebenheiten glücklich machen. Die Antworten reichten von Gesundheit über Partnerschaft, Freundschaft und Familie bis hin zu Beruf und Hobbies. Während einige Personen präzise wissen, wann sie glücklich sind und welche Umstände dieses Gefühl auslösen, können andere dies nicht exakt einschätzen.

Dem Sprichwort „Jeder ist seines Glückes Schmied“ stimme ich nur bedingt zu. Natürlich ist jedes Individuum in gewissem Maße selbst dafür verantwortlich, dass sie/er im Leben glücklich, zufrieden, beziehungsweise erfolgreich wird. Nichtsdestotrotz ist es ein Faktum, dass manche Menschen bei gleicher Anstrengung dennoch besser situiert sind und es somit leichter haben als andere. Was damit gemeint ist, sind etwa Intelligenz, Kapital, familiäre Unterstützung, häusliches Umfeld sowie bestehende Netzwerke. Es wurde noch nicht hundertprozentig bewiesen, dass Glück ansteckend ist, allerdings sind sich Forschende einig, dass Gefühle nachempfunden werden können und somit übertragbar sind. Wenn unser Gegenüber lacht, ist es sehr wahrscheinlich, dass sich auch in unseren Gesichtern ein Lächeln ausbreitet. Allgemein sind wir tendenziell eher happy, wenn wir von optimistischen Personen umgeben sind und somit ist Glück nicht ausschließlich Eigenverantwortung.

Glücklichsein hat demzufolge zahllose Definitionen, da Glück, wie bereits erwähnt, etwas äußerst Persönliches ist. Jeder Mensch kann nur selbst herausfinden, wann er glücklich ist und darüber reflektieren, wie er diese Stimmungslage erreicht hat. Nur so wird man wissen, warum man gerade in dieser Situation glücklich war und kann, durch diese Erkenntnis, anschließend zu weiteren Glücksmomenten gelangen.

 

 

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Jugendportal.at wurde zuletzt am 16.03.2019 bearbeitet.

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