La Biennale

Kultur & Events
Anna Oberzaucher / 27.02.2018
Support von Lorenzo Quinn

Für alle, die sie nicht kennen, die „Biennale“ bezeichnet eine Art großes Kunstfestival, das alle zwei Jahre stattfindet und sich über eine ganze Stadt erstreckt.

2017 war es wieder einmal so weit. La Biennale war wieder in ihrer Geburtsstadt Venedig für alle Welt geöffnet. Denn genau dort rief 1895 der damalige Bürgermeister eine Weltausstellung der Bildenden Kunst unter dem Titel „La Biennale di Venezia“ ins Leben. Extra für diesen Anlass wurden damals so genannte „Länderpavillons“  errichtet, von denen jeder in dem traditionellen Stil eines bestimmten Landes gebaut wurde. Auch heute noch sind sie im Betrieb und können von innen besichtigt werden. Weiter findet man Teile der Biennale überall in Venedig. In jeder Kirche, in jedem Pavillon, in alten Villen und einfach an jeder Ecke. Selbst Nicht-Kunstliebhaber werden sich hier einen Spaß draus machen, das nächste „Kunstwerk“ zu finden.

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Im Zuge eines Kurzurlaubes mit einigen Freunden, habe auch ich heuer die Biennale in Venedig besucht. Doch muss ich gestehen, dies auch eher unfreiwillig. Immerhin haben wir erst vor Ort erfahren, dass es diese Festivals überhaupt gibt, geschweige denn, dass wir uns zufällig gerade mitten drinnen befinden! Als wir nämlich eines Morgens eine Bootstour durch den Grand Canal machten, entdeckten wir auf einmal zwei riesige weiße Hände, die aus dem Wasser ragten und ein Haus zu stützen schienen. Schwer beeindruckt aber verwirrt fragten wir den Kapitän, was das denn sei. Schließlich sieht man etwas Derartiges nicht alle Tage. Als wir dann hörten, dass es ein Teil eben jenes bekannten Festivals sei, konnten wir uns nicht mehr halten und sind sofort losmarschiert. Natürlich immer auf der Suche nach neuen Kunstwerken, die wir bestaunen konnten.

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„I wanted to sculpt what is considered the hardest and most technically challenging part oft he human body. The hands hold so much power – the power to love, to hate, to create, to destroy“ Quinn über sein Kunstwerk 

Die Statuen erwecken wirklich den Anschein, als würden sie das Haus stützen. Auch Quinn sagte darüber, es solle die Verbundenheit Venedigs mit dem Wasser zeigen. Es solle zeigen, dass es der Stadt hilft und sie stützt, so wie es das immer getan hat und (hoffentlich) auch noch lange tun wird. Denn so wie Hände eben lieben, hassen, etwas schaffen oder zerstören können, kann es auch das Wasser. Denn schlussendlich wird, wenn Venedig einmal zerstört werden würde, dies durch das Wasser geschehen, das es bis dato umgeben wird, wie ein paar schützende Hände. Und selbst die regelmäßigen Überschwemmungen (tal. Aqua alta) oder der steigende Meeresspiegel, sollen der Lagunenstadt im Nordosten Italiens etwas anhaben können.

 

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Jugendportal.at wurde zuletzt am 14.08.2019 bearbeitet.

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