Salsa bedeutet nicht nur Soße auf Spanisch

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Barbara Strasser / 13.07.2017
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Salsa bedeutet viel mehr, trotzdem kommt der Name nicht von ungefähr. Der Tanz so wie wir ihn heute kennen entstand nach dem 2. Weltkrieg in Nordamerika; dort trafen die Schritte und Rhythmen verschiedener Kulturen (Afrika, Amerika und Europa) und Länder (Kuba, Venezuela, Puerto-Rico und Kolumbien) zusammen und es entstand eine „Soße“ aus verschiedenen Tänzen.

 

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Ein kleines Rezept für alle, die Salsa nicht kochen, aber tanzen wollen:

Bevor man beginnt, gibt es folgendes zu beachten: Man kann nicht einfach nur Salsa tanzen, die Beine alleine können nicht einfach nur die richtigen Schritte ausführen, denn das wäre zu wenig, es wäre kein Tanz, es wäre nicht Salsa. Der ganze Körper, das Gehirn und die Seele müssen auch mittanzen.
Zuerst braucht es ein paar Ohren, die die Musik kennen - und lieben, damit die Beine im richtigen Takt dazu tanzen können und der ganze Körper den Rhythmus spüren kann.
Als nächstes sollte das Gehirn seine Sorgen vergessen, damit es Platz hat für andere Gefühle, zum Beispiel für das richtige Lebens- und Körpergefühl – ein selbstbewusstes Ich-bin-gerne-am-Leben-und-fühle-mich-schön-und-wohl-Gefühl.
Fühlen und gefühlt werden – zwei Schlüsselzutaten, mit denen man ja nicht sparen sollte, denn beim Tanzen muss man nicht nur die Musik, sondern auch den/die Tanzpartner/in spüren. Jeden Schritt, jede Bewegung, jeden Druck und jedes Nachlassen – wenn die Hände und Arme und Beine ihre Nerven genau hinhören lassen kommt der perfekte Tanz fast von alleine.
Für das richtige Zusammenspiel der Tanzpartner müssen sich beide, Frauen und Männer an das Gegenüber anpassen, denn es ist kein Einsamkeits-, sondern ein Zweisamkeitstanz, außer man tanzt „Pasos libres“ natürlich (= „freie Schritte“, die solo getanzt werden.)
Und zum Schluss fehlt nur noch eines: genießen, genießen, genießen.

 

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„Es gibt keine Erklärung, warum ich so gerne tanze, es ist ein Gefühl.“

Im Interview mit einem 24-jährigen Tanzlehrer und Eigentümer einer Tanzschule in Ecuador, der eine besondere Passion für Salsa hat:

YR: Wann und wie hast du angefangen zu tanzen und was gefällt dir daran so?

Cristian Rosero: Ich habe erst mit 20, also so sehr spät angefangen zu tanzen, in einem „Salsa Cubana“-Kurs, seitdem kann ich nicht mehr aufhören. Es gibt keine Erklärung, warum ich so gerne tanze, es ist ein Gefühl – wenn ich tanze, dann vergesse ich alle meine Sorgen und es gibt nur mich, die Musik und den Tanz. Außerdem ist tanzen eine andere Form der Kommunikation; mir ist es schon öfter passiert, dass ich Frauen geküsst habe, mit denen ich nur getanzt und nicht einmal ein Wort gewechselt hatte. (lacht)

YR: Warum sollten mehr Menschen tanzen lernen?

Cristian Rosero: Um Stress abzubauen, die Koordination zu verbessern und natürlich weil es Spaß macht.

 

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YR: In Europa sind Paartänze bei Jugendlichen weitgehend out. Mir scheint, dass sich besonders junge Männer oft nicht auf eine „klassische Tanzfläche“ trauen. Woran glaubst du liegt das? Vielleicht daran, dass Männer beim Tanzen führen müssen?

Cristian Rosero: Das könnte mitunter ein Grund dafür sein, aber ich glaube, dass es hauptsächlich daran liegt, dass viele Burschen Angst haben davor, dass andere zusehen und sie verurteilen.

YR: Wie schaut es hier in Ecuador aus? Gibt es hier ähnliche Tendenzen oder haben die Latinos den Rhythmus im Blut?

Cristian Rosero: Ja, bei uns ist es auch so. Frauen sind, was das angeht, vielleicht ein wenig offener. Es ist zwar ein wichtiger Teil unserer Kultur, zum Beispiel wird bei Familienfeiern viel getanzt und es gibt auch Salsatheken, aber wirklich tanzen kann trotzdem nur eine Minderheit.

YR: Wie ist die Geschlechteraufteilung in den Tanzkursen und wo ca. liegt der Altersdurchschnitt?

Cristian Rosero: Normalerweise sind mehr Frauen in den Kursen. Der Altersdurchschnitt liegt so zwischen 20 und 29 Jahren.

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Jugendportal.at wurde zuletzt am 25.06.2019 bearbeitet.

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