Update Essstörung: Ladevorgang läuft

Leben
Lisa Alzner / 24.07.2018
Waage

Der Sommer kommt und mit den Temperaturen steigt der Druck. Die „heiße Phase“ bricht an, denn das Rennen um die perfekte Bikini-Figur ist eröffnet. Der Kalorienrechner läuft auf Hochtouren und potentielle Magermodels bereiten sich auf ihren großen Auftritt im Freibad vor. Sie ringen nach Aufmerksamkeit und bekomme diese auch. Beobachten, bewerten, beileidigen. Die drei B‘s des Lästerns und Bikinifiguren bieten den perfekten Nährboden dafür, wenn auch kalorienarm.

Der perfekte Körper steht für zahlreiche Jugendliche über Allem. Verstärkt durch Likes und Kommentare auf Social Media-Plattformen wie Facebook und Instagram, kann dieser Schönheitswahn bei Jugendlichen zu Scham und sogar zu Essstörungen führen. „Body-Shaming“ wird dieses Problem genannt. Jedes veröffentlichte Foto schreit quasi nach abwertenden Kommentaren darunter. Beobachten, bewerten, beleidigen. Alle sind zum Lästern eingeladen und wer nicht mitzieht, gehört nicht dazu.

Leider handelt es sich beim Body-Shaming nicht um Einzelfälle, sondern um ein Gesellschaftsproblem. Einmal auf dieser Diätwelle, sind die Jugendlichen oft schwer umzustimmen. Man muss dünn sein, um beliebt zu sein. Man muss dünn sein, um nicht ausgerichtet zu werden. Die vielen Kommentare einfach ausblenden? Das erfordert eine Menge Selbstbewusstsein und eben dieses Selbstbewusstsein im Zusammenhang mit dem eigenen Körper soll jungen Frauen durch Projekte wie beispielsweise die Kampagne „Bauch, Beine, Pommes“ vermittelt werden. Im Rahmen dieser Kampagne leben drei „Lifestyle-Influencerinnen“ in Onlinevideos einen entspannten und lustigen Umgang mit ihren nicht perfekten Körpern vor. Wenn auch etwas übertrieben dargestellt und somit nicht hundertprozentig ernstzunehmend, sind Projekte wie „Bauch, Beine, Pommes“ sicher zumindest ein Ansatz um Jugendlichen zu vermitteln, dass es nicht nur auf das Aussehen ankommt.

Lifestyle-Influencerinnen hin oder her, ist es nicht eigentliche traurig, dass das Selbstbewusstsein der jungen Erwachsenen gesteigert werden muss, nur um nicht auf die abfälligen Kommentare bezüglich der Figur zu hören? Die Lästerei ist es eigentlich, die das Hauptproblem darstellt. Im Keim erstickt und alles Weitere wäre aus der Welt. Theoretisch einfach, praktisch unmöglich.

Was also tun um diesen Gruppendruck zu reduzieren? Was tun, um die vielen KritikerInnen verstummen zu lassen? Im Prinzip bräuchte es drei Schritte, um sich und andere vor dieser Art von Mobbing zu schützen. Nummer Eins; Schluss mit den Beleidigungen. Beobachten und die Bewertung für sich behalten. Nummer Zwei: Bekämpfung des bestehenden Tratsches. Keine/r lästert alleine. Wer also nicht darauf einsteigt, nimmt den Tratschtanten- und onkeln wahrhaftig den Wind aus den Segeln. Den dritten Schritt bildet, zumindest was Onlinekommentare betrifft, der Selbstschutz. So verletzend Beleidigungen aufgrund von Fotos auf Facebook und Co auch sein können, jeder und jede Einzelne kann und muss selbst entscheiden, welche Fotos von sich er oder sie im Internet veröffentlicht. Wer also weiß, dass ihm abwertende Kommentare nahegehen, wäre gut angeraten, die Postings bewusster auszuwählen, um sich somit selbst ein bisschen aus der Schussbahn zu ziehen.

Der Sommer kommt und mit den Temperaturen steigt der Druck. Die „heiße Phase“ mag anbrechen, doch für alle, die sich entschließen, nicht am Rennen um die perfekte Bikini-Figur teilzunehmen, keine Sorge. Alles was du für einen Beach Body brauchst ist bekanntlich ein Beach und einen Body - und letzterer ist schön, solange du selbst ihn schön findest.

 

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Jugendportal.at wurde zuletzt am 24.04.2019 bearbeitet.

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