Do it with love, respect and condoms

Engagement
Clara Porak / 16.05.2017
(c) Life Ball

"Liebe auf den ersten Fick?“, steht auf der Postkarte, die Tizian Wollweber in der Hand hält. Provokation ist die Strategie, auf die der Verein Jugend gegen AIDS bewusst setzt. Der 18-jährige Tizian ist seit Dezember 2016 Supervisor für Österreich. „Nachdem ich viele Jahre in der Schülerunion in Deutschland gearbeitet habe, wollte ich auch nach meinem Umzug nach Österreich aktiv sein. Statt politischem Engagement wollte ich aber etwas Konkretes verändern“ berichtet er.

Jugendliche sprechen zu wenige über Verhütung. Jeder dritte schützt sich bei einem One Night Stand nicht gegen sexuell übertragbare Krankheiten (laut einer gemeinsam mit Lovoo durchgeführten Umfrage. Dass sich das ändert, hat sich der Verein „Jugend gegen Aids“ zur Aufgabe gemacht. Seit fast 10 Jahren arbeiten junge Menschen zusammen um ihre Generation aufzuklären. Alles begann 2009 als an einer Hamburger Schule eine Spendenaktion zum Thema Aids großen Erfolg hatte. Über 20.000 € wurden damals eingenommen. Und das nur von SchülerInnen. Daraus entstand dann der Verein. „Ich war damals erst dreizehn. Da war es schon eine richtige Überwindung die ersten Passanten zum Spenden aufzufordern. Aber dann hat es großen Spaß gemacht“, berichtet Marlon Jost, Gründungsmitglied und heutiger Marketing Director des Vereins.

 

(c) Life Ball

 

Nach großen Erfolg in Deutschland soll nun auch Österreich erschlossen werden. Dieses Wochenende ist dabei ein großer Schritt. In Kooperation mit dem Life Ball Next Generation bildet Jugend gegen Aids erstmalig auch Jugendliche in Österreich zu Peers aus. Nach dem zweitägigen Seminar sollen die SchülerInnen Workshops in ihren Schulen halten und dabei nach Möglichkeit alle 13 bis 15-jährigen aufklären.  
„Oft stößt man auf Distanz, aber spätestens, wenn ich einen Plastikpenis heraushole, bricht das Eis… Oft lachen wir erstmal gemeinsam, “ erklärt Tizian, der auch selbst Workshops durchgeführt hat.  Aufklärung soll Spaß machen, ungezwungen und auf Augenhöhe stattfinden. Aber auch ernste Themen werden besprochen. Neben sexuell übertragbaren Krankheiten und Verhütung, sind auch gesellschaftspolitische Themen, wie Homosexualität und Gender „Jugend gegen Aids“ ein wichtiger Fokus.

Diese Gedanken sollen den über 70 Jugendlichen, die sich im Hilton Hotel in Wien zur Peer Academy treffen, näher gebracht werden. „Ich selbst habe eine sehr konservative Familie, die mir vieles verboten hat. Ich durfte nicht bei unserem Aufklärungsunterricht dabei sein. Jetzt möchte ich etwas verändern“, meint eine 17-jährige Teilnehmerin.

Viele der Anwesenden haben durch LehrerInnen von dem Event erfahren - Kelvin (16) aber durch seine Mutter: „Sie glaubt, ich werde ein guter Mensch, wenn ich so etwas mache…“, meint er mit einem Grinsen. Er sei aber nicht deswegen hier, sondern weil ihm das Thema am Herzen liege.

 

(c) Jugend gegen Aids

 

Bei dem Training sollen fachliche Kenntnisse vermittelt und rhetorische Fähigkeiten ausgebaut werden. Vor allem geht es aber um etwas anderes: " Wir wollen, dass die Jugendlichen verstehen, wie wir denken und motiviert werden, Veränderung herbei zu führen", berichtet Anne Michel, die gemeinsam mit Anna Konopka die Peer-Ausbildung durchführt und entwickelt.

Durch die Kooperation mit dem Life Ball hat „Jugend gegen Aids“ zusätzliche Unterstützung beim Fußfassen in Österreich bekommen. Dieses Jahr wird erstmal der „Life Ball Next Generation“ in Wien stattfinden. Am 11. Juni, einen Tag nach dem „großen“ Life Ball, öffnet das Rathaus nochmal seine Pforten - speziell für 16 bis 18-jährige. Die Idee ist, auch junge Menschen für die Idee hinter dem Life Ball zu begeistern. Dabei (und begeistert) sind auf jeden Fall die neu ausgebildeten Peers, denn sie erhalten freien Eintritt.

 

Du hast Lust selbst Peer zu werden oder auf den „Life Ball Next Generation“ zu gehen?
Weitere Infos unter:

Life Ball Next Generation

Jugend gegen Aids e.V.

Jugend gegen Aids Blog

 

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Jugendportal.at wurde zuletzt am 15.10.2019 bearbeitet.

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