Wir für das Klima

Umwelt
Anna Egger / 16.03.2019
Jugendliche bei der Klimademo in Wien mit Transparenten

„What do we want? Climate Justice“, skandieren die DemonstrantInnen am Heldenplatz. Aber nicht nur Wiens Jugend geht am 15. März statt in die Schule auf die Straße. In Österreich, Deutschland, auf der ganzen Welt streiken SchülerInnen und StudentInnen, denn weltweit wollen BürgerInnen endlich die Veränderung sehen, die PolitikerInnen am Pariser Klimaabkommen versprochen haben.

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Mit bunten Schildern und viel Krawall marschieren die DemonstrantInnen von Wien Mitte und vier weiteren Standpunkten aus durch die Wiener Innenstadt. Trotz des Nieselregens schließen sich immer mehr an. Mütter oder Väter mit Kindern, alte Menschen - dennoch sind es größtenteils SchülerInnen, die die Bewegung Fridays for Future tragen. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns’re Zukunft klaut“, appellieren die Jungen an die Erwachsenen, die sich aus den Fenstern lehnen, filmen, fotografieren und applaudieren. Einige schauen skeptisch, doch ein junges Paar hält ein Transparent hoch. „Ihr seid spitze“, steht darauf.

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Doch eigentlich richten sich die Apelle an die PolitikerInnen. Sie treffen die wichtigen Entscheidungen bezüglich Nachhaltigkeit und sie beeinflussen die Wirtschaft. „Sie können den Konsum lenken, indem beispielsweise die Fleischindustrie stärker besteuert wird“, erklärt ein Mitorganisator. Mehr Aufklärung, gratis Öffis, Einschränkungen für Autokonzerne und für die Lebensmittel- und Textilindustrie anstatt sinnlosen Parteienstreits, stellen sich die meisten SchülerInnen als Lösungsansätze vor, damit das 1,5°C-Ziel vom Pariser Klimagipfel eingehalten wird und für spätere Generationen auch noch Ressourcen bleiben.

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Initiatorin der Bewegung ist Greta Thunberg, die mittlerweile sogar für den Nobelpreis vorgeschlagen wurde. Die 16-Jährige mit Autismus Diagnose ist am 20. August 2018 noch alleine vor dem schwedischen Parlament gestanden, ein selbstgebasteltes Schild mit der Aufschrift „Schulstreik für das Klima“ in der Hand. Doch immer mehr Menschen haben sich ihr angeschlossen. „Wisst ihr, dass wir heute Geschichte schreiben?“, fragt eine Rednerin, die unter der Erzherzog Karl Reiterstatue steht, „Laut Schätzungen seid ihr heute 30 000!“

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Auch in Potsdam, Deutschland versammeln sich um fünf vor zwölf 1800 SchülerInnen vor dem Landtag um sich für ihre Zukunft einzusetzen. Vor Beginn des Streiks hat eine ausgewählte Gruppe von Jugendlichen noch die Chance einem offenen Gespräch mit einigen Potsdamer PolitikerInnen beizuwohnen, um ihre Anliegen anzubringen. Zur Überraschung der SchülerInnen gab es größtenteils positive Resonanz aus den Reihen der Erwachsenen. „Das monatelange Demonstrieren erregt also doch endlich Aufmerksamkeit“, schreibt Charlotte Tenhagen.

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Die sozialen Medien schwimmen in Beiträgen über die weltweiten Demos. Freundinnen aus La Rochelle schicken französische Beiträge. Über 123 Länder, über 2099 Städte - Alle fordern wir eins: Climate Justice!

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Jugendportal.at wurde zuletzt am 12.09.2019 bearbeitet.

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